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Saisonstart für Berggottesdienste
Meldung lang | epd – Landesdienst Bayern
Evangelische Kirche bietet 800 Andachten im Freien
Predigt mit Panoramablick, Besinnung unterm Blätterdach: Mit dem Sommerbeginn fällt jedes Jahr der Startschuss für die “Kirche im Grünen”. Über 800 Angebote hat die evangelisch-lutherische Landeskirche in Bayern für die Freiluft-Saison 2010 im Programm: Vom höchstgelegenen Gottesdienst auf der Zugspitze bis zum Tunnel-Gottesdienst bei Selbitz, vom Johannisfeuer auf dem Allgäuer Walmendingerhorn bis zum Familiengottesdienst im Wald bei Nürnberg.
“Im Urlaub sind die Menschen offener für Sinnfragen”, sagt Thomas Roßmerkel, in der Landeskirche zuständig für kirchliche Dienste in der Freizeitwelt. Informationen über Berggottesdienste und Andachten im Freien lägen deshalb nicht nur in den Kirchengemeinden, sondern auch bei den Touristeninformationen der bayerischen Urlauberorte aus.
80 Urlauberseelsorger und 40 Kirchenmusiker aus ganz Deutschland sind von Juni bis Oktober in Oberbayern und Oberfranken, dem Allgäu und Bayerischen Wald, in der Region Nürnberg und im Fränkischen Seenland im Einsatz. Zwei Seelsorger kommen sogar aus Ungarn, der Partnerkirche der bayerischen Lutheraner. Die Nachfrage ist so groß, dass Roßmerkel dieses Jahr 15 Bewerbern absagen musste. “Für viele Pfarrer ist es attraktiv, in unserer schönen Region Urlaub zu machen und sich gleichzeitig einen Zuschuss zur Ferienwohnung zu verdienen”, so Roßmerkel.
Gottesdienste im Grünen zeichnen sich aus durch einen einfachen Ablauf und kurze, leicht verständliche Predigten. Im Liederheft stehen nicht nur beliebte Kirchenschlager, sondern auch wichtige Gebete. “Manche nehmen sich das Liedbuch als Erinnerung mit nach Hause und lassen sich vom Pfarrer eine Widmung oder einen Segenswunsch hineinschreiben”, sagt Roßmerkel.
Berggottesdienst-Besucher kommen oft billiger auf den Gipfel, weil viele Bergbahnen Rabatte anbieten. “Beim zentralen Berggottesdienst im Bayerischen Wald war letztes Jahr die Auffahrt auf den Silberberg sogar umsonst – und der Bahnbesitzer hat im Tal jeden der 400 Gottesdienstbesucher mit Handschlag begrüßt”, erinnert sich Roßmerkel.
Auch die Ökumene blüht diesen Sommer auf. Deutlich öfter als in den Vorjahren spannen katholische und evangelische Gemeinden ihre Kräfte für die Angebote zusammen. “Früher waren es nur einzelne, jetzt gibt es viele ökumenische Veranstaltungen, die regelmäßig stattfinden”, sagt Roßmerkel. Schließlich sei das Publikum in den Andachten selbst konfessionell bunt gemischt. “Wer bei einem Berggottesdienst stehen bleibt, fragt nicht, ob der Pfarrer evangelisch oder katholisch ist”, so der Theologe.
Internet: www.berggottesdienste.de,www.kircheimgruenen.de
(Artikel vom 11.06.2010)

